Lyriken von Mirko Wenig


ein abend in der grossen stadt
(kneipengespräche)

im sog des zigarettendunstes fanden sie sich zum gespräch:

wir malen uns einen mantel an
wir dichten uns geheimnisvolle falten ins gesicht

sie spielen chat baker
wir spielen gefallene helden

im rausch des plüschsofaroten zwielichts
geiseln wir uns selbst schön

raffen unsere klebrigen erinnerungen aus
romanen von henry miller

rauben unsere hellen tage aus
filmen mit james dean

erwachen träumend
im bett von marilyn monroe

tanzen mit fremden schatten
gegen unsere eigene leere wand


erleuchten als glimmernde sterne
an unserem eigenen leeren himmel





eine zunahme an potential

g
ig
hig
ehig
aehig
faehig
nfaehig
unfaehig





leichenrede

was hast du getan
im gestern
heut
und
jetzt?

nicht?

wir auch nicht.
so sind wir gestorben.





wasserspiegel

ganz in weiss
myrtenkranz im haar
gingst du hinab
zum weiher

ich wartete am ufer
auf der alten weide
an einem ast
haengend

du hast mich verfehlt
geradewegs
gingst in den weiher
er spiegelte ein bild von mir

nun bist du fern
und der strick will nicht reissen

(seufz)





vakuum- safari

ich wuff wuff wollollollte NICHTS schr eieiei ben.
NICHTS mit si hihihi nn.
si hihihi nnentleert sozusa gack gack gack en.
hahaha hat NICHT ge klapp klapp klapp t.
hier, eine zeile NICHTS:

Und selbst DAS IST KEIN VAKUUM!



(c) by Mirko Wenig

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