Lyriken von Michael Breuer

 

FLEISCH FÜR DIE BLÖDEN

Ein künstliches Lächeln
hängt auf deinen Lippen,
als du dir jene Bestätigung von mir erhoffst,
die ich dir nicht geben werde.

Auch wenn wir uns schon lange kennen,
ich bin nicht dein Vater, Baby,
und auch nicht deine Mutter.

Komm, zieh dich wieder an!

Don't play with me
cause you're playin' with fire


Mach' was du willst,
aber mach' es nicht mehr mit mir!

Ich verschwinde durch ein Luftloch
und die Nacht ist kälter als mein Herz,
obwohl in dem gerade etwas gestorben ist,
das vielleicht ein Stück Hoffnung war
oder auch nur ein letzter Rest
von etwas, das ich nicht mehr kenne.




WENIGSTENS DAS

Ein Schluck Rotwein am Fluss,
der Mond steht über den Wiesen,
denn es ist spät geworden.
Durch die Baumwipfel am anderen Ufer
rauscht der Wind

Ich halte dich fest, roh,
die Hand in deiner Jeans,
zumindest heute nacht.




Haar fließt über das Kissen
Weich und dunkel
Der Geruch von Wein, Schweiß
Und kalter Zigarettenasche
Hängt über den Laken


Deine Raubtier-Augen sind geschlossen.

Die Arme hinter dem Kopf verschränkt
Liege ich da und lausche
Den Echos der Unendlichkeit.




ein letzter schluck
und hinaus in die kälte


mein atem ist höllenfeuer

vom fluss weht
brackwassergeruch hinüber
in der nacht

ich stehe in der dunkelheit
und träume
von deinen lippen
und deinem bestien-blick

in meinen augen nur asche
und spuren einstiger glut




SONNTAG IM REGEN
 
 
die stille in deinen augen
schwarz und grobkörnig
an einem abend so tot
wie ein sonntag im regen
und doch geheimnisvoll
leise lächelnd fragend
nicht wissend
was und warum
 
 

 

IMMER SO WEITER  
 
liebevolle nichtigkeiten
hineingeflüstert in ein
samtig-weiches ohr
manchmal
zu selten vielleicht
aus heutiger sicht
 
 
seitdem hat die welt
sich weitergedreht
was ihr gutes recht ist
 
 
klar
das ist ein freies land
zumindest manchmal
 
 
dennoch hätte ich mir
nach all den jahren
zumindest ein
bißchen mehr stil
und etwas mehr würde
bei dir gewünscht
 
 
und auch bei mir  
 
 


 
DER WEG DORTHIN  
 
roter himmel
voll trüber gedanken
in den nicht erwünschten
morgenstunden

ein voller mond
ist gut zu sehen

ich gehe über die straße
und im dienstgebäude
brennt schon licht
 
 
 


 
LANGSAM ABER SICHER
 
Langsam tickt die Uhr,
die Zeiger kriechen.
Tage ziehen vorbei,
endlos monoton und
geistlos schal.

Freundschaften zerbrechen
und neue werden geschlossen.

Nur du bist immer noch da,
um mir Halt zu geben,
wenn ich nicht mehr weiter weiß.

Aber trotzdem,
das Lächeln der Menschen
ist anders geworden.
 
 

 

© aller Texte bei Michael Breuer

 

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